Freitag, 12. August 2011

zum kotzen.

ich habe das buch angefangen zu lesen. es ist wirklich gut geschrieben. aber es strengt auch ganz schön an. es ist teilweise, als hätte man es selbst geschrieben.



Ich wollte nicht kämpfen. Ich wollte meine Sucht nicht bekämpfen, nicht mit meinem Herzen. Immer wieder ließ ich mich drängen zu einem Versuch des Kampfes. Man redete mir ein, meine Sucht suche mich zu töten, so wäre es nur eine Notwehr oder Verteidigung, wenn ich sie vernichte, bevor sie mich vernichtet.

Doch jedesmal, wenn ich die Hand gegen sie erhob, lächelte sie mich liebevoll und verständnisvoll an. Ja, sie schien mich zu ermutigen zuzuschlagen. Sie wehrte sich nicht, aber sie griff auch nicht an. Sie war nur. Das war alles. Und sie war voller Liebe. Wie konnte ich sie töten? Es ist mir nicht möglich. Sie wirkt so unschuldig, auch wenn jeder ihre Bösartigkeit beschwört. 

Man warf mir mangelnden Lebenswunsch vor, unterstellte mir gar die Unfähigkeit zu leben, wenn ich meine Sucht nicht töten würde. Doch der Gedanke, diesen wesentlichen Teil von mir zu ermorden, machte mich krank und elend. Die Sucht gehörte zu mir. Sie zu töten, glich einem Selbstmord. Ohne mein süchtiges Wesen erschien mir mein Dasein hohl und leer. Es belebte mich, (er-)füllte mich, bereicherte mein Leben. Es schenkte mir Wesentliches. All das sollte ich aufgeben, ausrotten? Wozu?


http://fav.me/d1ozctc


Ich fühle mich so elend. Ich hasse meine Sucht. Ein Widerstreit in mir? Nein, nicht nur einer. Ich lebe im Widerstreit meiner Gedanken und Gefühle, und ich lebe vielleicht durch diesen ständigen Streit. Das Abwägen des Für und Wider ist eine Beschäftigung. Nie führt sie mich zu einem Ergebnis, das endgültig ist.

Ich will nicht mehr wiegen und abwägen, mich wiegen und mein Leben abwägen. Ich möchte weinen. Die Sinnlosigkeit dieser Wiegerei umklammert mein Herz. Ich fühle mich so einsam. Allein mit meinen Gedanken. 

Ich möchte mich streicheln lassen. Mitleid, das ich hasse. Jetzt möchte ich es. Ich möchte glücklich sein. Doch was ist Glück?


es ist wirklich wahsinn, wie sehr ich mich in diesem buch wiederfinde. natürlich nicht in allem. aber die gefühle sind ähnlich.


bevor ich anfing, den post zu schreiben, ging mir noch so vieles durch den kopf, was ich aufschreiben wollte. grade ist wieder nur leere da.

3 Kommentare:

  1. Ich hatte gestern Abend so eine wundervoll sentimentale Stimmung (die bis jetzt angehalten hat). Ja, das mit All i need is air and love und dir hab ich schon am Anfang gesehen und fand's richtig toll :-)
    Ich hab mir oft gesagt, dass meine Mutter es ja nicht bös gemeint hat und doch nichts dafür kann. Aber jetzt weiß ich, dass in ihrem Fall es eben doch sehr bewusst gemacht wurde. Ich war ein Ballast für sie, weil ich kein kleines Baby, sondern eine selbstdenkende Persönlichkeit geworden bin. Und das hat ihr nicht gepasst. Ich glaube, ich wollte oft einfach wieder 10 Jahre alt sein (und auch dementsprechend aussehen) und wieder ihre Aufmerksamkeit haben. Meistens sind es ja viele Faktoren. Und zu der Frage im Kommentar davor, ich bin 1,69 groß und wiege 53, würde aber gerne auf 48-50 kommen. Das Problem ist nur, dass ich nicht weiß, ob ich danach aufhören kann. Das Kotzverbot war auch wirklich mal nötig und es klappt ganz gut.
    Du bist so ein toller Mensch, ich würde mir so sehr wünschen, dass du irgendwann mal richtig richtig glücklich wirst. Hätte fast geweint, als ich gelesen habe, dass du dich selbst und dein Leben noch nie als wirklich glücklich empfunden hast... :(
    Vielleicht ist das Buch ja ein erster Schritt dahin. Ich glaube nicht, dass das eine schlechte Investition war.
    Dir noch einen schönen Morgen!

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  2. wirklich der wahnsinn. man denkt immer, niemand versteht einen und dann liest man sowas... das buch ist bestimmt ergreifend. habe gänsehaut bekommen bei dem auszug!

    dicker kuss, mein schnucki
    pass auf dich auf!!

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  3. kannst du mir vielleicht sagen wie dieses buch heißt?

    dein blog ist wundervoll, wirklich!! ♥
    LG Sophie

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