ich hab angst. angst alleine zu sein. das hatte ich schon immer. ich habe mir den wochenanfang so sehr herbeigewünscht. endlich guckt mir, zumindest tagsüber, keiner mehr über die schulter, dass ich ja was esse. ich traue mich nicht mal auf die waage. ich habe angst. angst, dass ich über's we wieder so viel fetter wurde. aber jetzt, wo mein freund wieder bis heute abend im labor ist und ich hier wieder sitze, habe ich angst. ich kann nicht alleine sein. meine gedanken kreisen. ich denke immer nur ans essen. ans abnehmen. ans zunehmen? ans gesund werden? bin ich krank? nein. doch! ich weiß es nicht. alles in meinem kopf dreht sich. ich habe mich gefreut, 2 monate frei zu haben. einfach nichts zu tun. aber wie soll das gehn? schon der erste tag allein und ich drehe fast durch. keiner ist da. ich weiß nicht, wie ich mich ablenken soll. ich hab keine kraft mich abzulenken. wieder sitze ich nur hier im bett und tue nix. wie soll das die nächsten zwei monate weitergehen? das schaff ich nicht.
gestern war meine schwester bei mir. sie hatte hier klinik-ehemaligentreffen und ich habe sie danach abgeholt und wir sind zu uns gefahren. ich hatte keine lust auf stadt ... sie sah so schlecht aus. ich habe angst um sie. ihr geht es nicht gut. und ich weiß nicht, ob sie's jemals schaffen wird. ich möchte nicht so enden, wie sie. aber ich möchte dünn sein. ich habe angst, so zu enden wie sie. aber ich möchte dünn sein. ich habe angst um sie. und bin dabei, genau so abzurutschen, wie sie. schon wieder kreist alles. ich weiß nicht weiter. sie hat übermorgen ein erstgespräch in der klinik. es wäre ihr 4. klinikaufenthalt. 35kg. ihre oberarme sind so dick, wie meine unterarme. sie kann wieder nicht arbeiten, sagt sie. zu schwach. schrecklich, sie so zu sehen. sie ist doch meine große schwester! ich hoffe, sie wird es irgendwann schaffen. sie muss! sie darf sich nicht kaputt machen ...
und ich?











