Donnerstag, 6. Oktober 2011

no title.

mein bauch ist total aufgebläht. er tut weh. fühlt sich wie ein ballon an. warum hab ich auf einmal so viel luft im bauch?
ich war heute bei meiner hausärztin. sagte ihr, dass es mir psychisch gar nicht gut gehe. sie fragte mich, ob es einen bestimmten grund gäbe. oder ob es wieder ein "schub" wäre. ich sagte, dass mein freund sich von mir getrennt hat. sie lächelte nur und nickte und tippte etwas in ihren pc ein. dann fragte sie mich mit einer rhetorischen frage, ob ich wieder abgenommen hätte. sie hat es gesehen. ich sagte, ein bisschen. sie fragte mich, nach meiner körpergröße und meinem gewicht. ca. 160. 40,2. 'ouh. das ist aber schon echt an der grenze'. ihre stimme klang besorgt. hat die mich mal angeguckt? ich bin kein bisschen an der grenze... sie fragte mich, ob ich einen therapeuten hätte. ich verneinte. daraufhin gab sie mir einen flyer von der 'Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie'. Wenn ich mich dort melden würde, bekäme ich bestimmt schneller hilfe, als bei einem x-beliebigen psychologen. vielleicht täte es mir auch ganz gut, mal ein paar tage stationär zu gehen. sie schrieb mich noch bis ende nächster woche krank.
oh man. stationär?? das geht doch gar nicht. oder? einerseits schaffe ich es wohl im mom nicht alleine zuhause. es geht mir so schlecht. ich schneide mich, fresse, kotze, fresse, kotze ... ich brauche hilfe. ich will hilfe. aber ich bin grad am abnehmen. es klappt einigermaßen. wobei ich angst habe, dass es morgen wieder viel mehr ist. ich fühl mich so fett an. wenn ich stationär gehe, muss ich essen. ich will das nicht. ach scheiße man. und was passiert in der zeit mit meinem häschen? ich möchte meinen eltern auch nix sagen. und das müsste ich. es ist alles so verdammt kompliziert. meine praxisanleitung hat mich heute mittag angerufen, um zu fragen, wie es mir geht. das fand ich sehr lieb. ich hoffe, sie unterstützen mich weiterhin und haben nicht irgendwann die schnauze voll. ich muss dieses verdammte letzte ausbildungsjahr einfach irgendwie schaffen. gott sei dank hab ich verdammt gute unterstützung von meinem kollegen. er ist ungefähr in meinem alter. bisschen älter. so 24 oder 25. seine freundin ist auch depressiv und hat borderline. wie er sie unterstützt. .. wahnsinn. das macht mich traurig. denn ich hätte es mir von meinem freund auch so sehr gewünscht. das darf man doch, nach 8 jahren beziehung, oder? er macht sich sorgen um mich. sagt, dass ich nächste woche zu ihnen kommen soll und mal bisschen bei ihnen bleiben soll. oder er käme zu mir. find ich so lieb. aber ich schäme mich auch. hab ich mich zu schnell geöffnet? ich schreibe ihm abends tausend smsen. wie schlecht es mir geht. dass ich mich grad schneide. keine kraft mehr habe. aber ich habe das gefühl, dass er es versteht. er kennt es von seiner freundin. kann damit umgehen. und mir kleine tipps geben oder zumindest das gefühl, dass hier in der nähe jemand wäre, zu dem ich hingehen könnte. die betonung liegt auf 'könnte', denn ich weiß gar nicht mehr, ob ich ihm unter die augen treten kann. irgendwie ist mir das ganze total peinlich. aber er ist so lieb. und ich denke, dass er mir das nicht irgendwie krumm nimmt oder so. genau zu dem zeitpunkt muss er natürlich 5 tage nach london fliegen. scheiße. gerade jetzt. wo ich die abende kaum aushalte. ich habe die letzten gerade so mit seinen smsen geschafft. aber es muss auch so irgendwie gehen .. ich habe eine überweisung an die 'psychosomatische medizin' bekomme. diagnose: 'somatoforme störung; anorexia nervosa'. hä? wie jetzt? ich habe doch bulimie!? es ist komisch. kaum war ich beim arzt und habe rumgeheult, wie schlecht es mir doch geht, denke ich mir, dass es mir doch eigentlich gar nicht so schlecht geht. ich keine klinik oder sonstwas brauche. vor allem nicht so dringend. als befund steht: 'akute verschlechterung'. hilfe, ist es so schlimm? was soll ich denen erzählen? mir gehts doch gar nicht so schlecht! oder doch? ich weiß es einfach nicht. grad weiß ich wieder gar nichts. ich bin traurig. ich schreibe chr. wie schlecht es mir geht. dass ich keine kraft mehr habe. er schreibt nur: 'du hast genug kraft, du nutzt sie nur nicht.' ich schreibe ihm, dass ich mich schneide. er schreibt nicht zurück. ich schreibe ihm, dass ich angst habe, was dummes zu machen. er schreibt nicht zurück. ich schreibe ihm, dass ich die ganze woche krank geschrieben bin, dass ich bei ihm sein will. er schreibt, ob es denn mit den fehlzeiten gehen würde. ich schreibe ihm, dass ich stationär gehen soll. er ruft eben an und sagt, dass ich morgen abend kommen kann. er nimmt mich nicht ernst. nimmt nicht ernst, wie schlecht es mir geht. das hat er mal. das macht mich traurig. ich schreibe ihm, wenn ich verzweifelt bin. erhoffe mir unterstützung. zumindest ein paar liebe worte. aber es kommt nichts. ich glaube, er will mich doch wieder nur flach legen. ich dachte immer, ihm läge mehr an mir. aber dann würde er sich doch auch sorgen um mich machen, oder?
ach man. ich weiß einfach gar nichts mehr. jetzt geht es mir wieder schlecht. jetzt könnte ich die klinik wieder anrufen. doch morgen früh sieht alles wieder anders aus. mein leben entgleitet mir. und ich möchte, dass es entgleitet. aber ich will niemandem weh tun. deshalb habe ich nicht den mut, es entgültig entgleiten zu lassen. es gibt tatsächlich menschen, die mich lieben. ich kann es ihnen nicht antun. damit es ihnen also nicht schlecht geht, muss es wohl mir schlecht gehen.

2 Kommentare:

  1. Es tut mir sehr leid, dass ich erst jetzt auf deinen Kommentar reagiere. Nimm es mir bitte nicht übel.:( Normalerweise veröffentliche ich Kommentare auch erst, wenn ich zurück geschrieben habe, aber in letzter Zeit ging alles drunter und drüber. Ich habe den Tagesrhythmus verloren, fühle mich unbrauchbar.
    Warst du schon in Hamburg? Gehst du eigentlich oft hierhin oder was verschlägt dich nach Hamburg? Leider wohne ich - um es genau zu nehmen - nicht in Hamburg, sondern in Dithmarschen. Ist also noch ein kleines Stück weiter weg, aber wenn ich mir denke, wie klein dieser Ort hier ist, da denke ich mir, dass man mit der Ortsangabe Hamburg wohl mehr anfangen kann.;)
    Sinje-Marie hatte mich auch schon einmal gefragt, ob sie mich vielleicht mal in der Klinik besuchen gehen soll. Natürlich fände ich es klasse, auch wenn es mit einem mulmigen Gefühl einhergehen würde. Ich habe mich bis jetzt noch mit niemanden getroffen, der wirklich nachvollziehen kann, was in meinem Kopf vorgeht. Auch, wenn ich zwischen euch Gazellen als zurzeitige Bulimikerin vielleicht den Rahmen sprengen würde.

    Schreibe mir und nimm mir meine späte Antwort nicht übel. Das ist leider Standard bei mir.:(

    Zum Bloglesen kam ich in der letzten Zeit auch nicht hinterher. Wird aber auch noch nachgeholt.

    Mach es gut & pass auf dich auf! <3

    Simone

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  2. Achso: Nachdem ich mir jetzt deinen Eintrag durchgelesen habe, dann frage ich mich echt, wie weit du noch gehen möchtest! Dein BMI ist beängstigend. Bist du auch momentan in keiner professionellen Behandlung? Das klingt alles nicht sehr gut... Es muss an Verrücktheit grenzen, dass du noch so deinen Alltag bestreiten möchtest.

    Du musst behandelt werden, aber letzendlich musst DU es auch wollen.

    Pass auf dich auf und dem kleinen Nager. Hatte er eigentlich einen Namen gehabt?

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